Presse
Pressestimmen zu den Ortsterminen (Auswahl)
Pressestimmen zur Veranstaltung vom 18.1.2011:
Ortstermin 8:
Neuer Blick – der Prinzipalmarkt als Bild und Mythos
Günther Moseler: "Stadtexperten gehen mit dem Wiederaufbau des Prinzipalmarkts ins Gericht",
in Münstersche Zeitung, 20.01.2011
"Die Westfalenmetropole Münster wirft sich nirgends derart in Schale wie am Prinzipalmarkt. Dieser nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute innerste Kern ist bis heute ihr Wahrzeichen geblieben. (...) Stefan Rethfeld, Vorsitzender von "Münster Modell", nannte die vordergründig unveränderte Prachtmeile "die DNA Münsters". Doch er betonte den Doppelcharakter der Giebelhäuser, ihr "Davor" und "Dahinter": Ein Foto der Hinterhoflandschaft der historischen Gebäude entzauberte ihren Mythos rasch. Moderne, fast planlos geschachtelte Zweckbauten zwängen und stapeln sich dort auf engstem Raum. Neuorientierung oder Rückbesinnung seien nach dem Krieg die städtebaulichen Devisen gewesen, so die Kunsthistorikerin Dr. Roswitha Rosinski. In Münster zielten die Strategien des Wiederaufbaus ganz auf das ästhetische Ziel eines "noch schöneren Münsters" ab. Instandsetzung und Wiederherstellung der Häuserzeilen ohne allzu penible historische Grundlagenforschung standen im Vordergrund. Münsters Kaufmannschaft machte das Rathaus zu ihrem Markenzeichen, die einst sehr verschiedenen Giebel wurden "zurechtgestutzt", eine "historisch heile Welt" hielt Einzug. Dr. Marcus Termeer, Autor des Buches "Münster als Marke", schärfte nochmals den Blick für die "Erinnerungsfassaden" des Prinzipalmarkts, die eigentlich das Gegenteil bewirkten. Nicht Geschichte, sondern Entrückung des Prinzipalmarkts aus der Gegenwart sei das Anliegen von Architekten, Künstlern und der Kaufmannschaft gewesen. Die romantische Idealisierung sei ein restauratives Symptom, die Renaissance historisierender Architektur sei für Wohlhabende und den touristischen Blick konzipiert - und eine Geringschätzung des Historischen. Eine unglaublich spannende, kontroverse Veranstaltung!"
Lukas Speckmann: "Die DNS für die Stadt - Münster Modell wird mit Diskussion über den Prinzipalmarkt eröffnet",
in Westfälische Nachrichten, 19.01.2011
"Um die Innenstadt ging es auch beim Ortstermin 8, jenem Forum, mit das erweiterte Münster Modell gestern Abend vorgestellt und eröffnet wurde. Thema war ausgerechnet der Prinzipalmarkt, Stefan Rethfeld nennt ihn "eine Art DNS für die Stadt", was den klassischen Begriff der "guten Stube" nicht unerheblich erweitert. Seit immerhin 900 Jahren oder 30 Generationen existiere dieser Straßenzug. Die Frage sei, wie er von der heutigen Generation bespielt werde. Dass die Filialisierung immer mehr um sich greife und Traditionsgeschäfte in den vergangenen Jahrzehnten verdrängt wurden, sei kein gutes Zeichen."
Ortstermin 1: Auftakt Münster Modell
Peter Sauer: "Lebendige Architektur",
in Münstersche Zeitung, 21.10.2006
"Schon jetzt sind Architekturexperten wie Ulrike Rose, Leiterin des Europäischen Hauses für Stadtkultur Gelsenkirchen, und Friedrich Wolters, Vorsitzender des Gestaltungsbeirates der Stadt Münster, voll des Lobes über das Modell. Sie spornten mit unterhaltsamen Referaten zu einem neuen Nachdenken über Identität an nach Wolters' stürmisch-vorgetragener Devise "Gestaltung statt Design". (...) Wolters plädierte für eine gestalterische Vielfalt in einer Stadt und warnte vor einem städtebaulichen Ausverkauf nach "Monopoly-Art". Gestalterische Vielfalt und echte Identität vor Ort seien vielmehr die wahren Stärken einer lebendigen Architektur."

